„TRANSIT – Bilder aus dem Exil“

Logo Allianz für Dresden - Alter Leipziger Bahnhof mit neuem Baukonzept

Alter Leipziger Bahnhof als Erinnerungsort – Allianz für Dresden fordert Perspektive

Mit der Ausstellung „TRANSIT – Bilder aus dem Exil“ wird aktuell ein zentraler Teil Dresdner Stadtgeschichte sichtbar gemacht. Die Ausstellung ist bis zum 8. Februar 2026 im KABINETT des Zentralwerk e.V. zu sehen und knüpft unmittelbar an den Alten Leipziger Bahnhof an – einen Ort, von dem aus zwischen 1942 und 1944 Jüdinnen und Juden sowie weitere Verfolgte in Ghettos und Vernichtungslager deportiert wurden. Der historische Bahnhof steht wie kaum ein anderer Ort in Dresden für Entrechtung, Gewalt und Zwangsverschleppung. Heute erinnert er zugleich an die Verantwortung, die Stadtgeschichte aktiv aufzuarbeiten und Räume der Erinnerung dauerhaft zu sichern.

Die Arbeiten der argentinischen Künstlerin Mónica Laura Weiss greifen die Fluchtgeschichte ihrer Familie auf, deren Angehörige 1933 aus Dresden fliehen mussten, und thematisieren Flucht, Verlust, Sprache und Identität im Exil. Ihre Werke verbinden persönliche Erfahrung mit kollektiver Erinnerung und schlagen eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Sie verdeutlichen, dass die Geschichte des Alten Leipziger Bahnhofs nicht abgeschlossen ist, sondern sich in Biografien, Nachwirkungen und transnationalen Erzählungen fortsetzt. Damit stellt die Ausstellung einen bedeutenden Beitrag zur Diskussion um eine künftige Gedenk- und Begegnungsstätte am historischen Ort dar – und zeigt zugleich, dass Erinnerungskultur immer auch Gegenwartskultur ist.

Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch eröffnete die Ausstellung gemeinsam mit Ekaterina Kulakova (Jüdische Gemeinde zu Dresden/Jüdischer Landesverband Sachsen). Die Laudatio hielt Dr. Gabriele Knapp aus Berlin. Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die Uraufführung eines Dokumentarfilms von Michel Steinberg (Buenos Aires/Berlin), der die Fluchtgeschichte der Familie Weiss eindrücklich filmisch nachzeichnete. Musikalisch wurde die Veranstaltung von Max Loeb Garcia begleitet, dessen Lieder die emotionale Tiefe des Themas aufgriffen und das Publikum spürbar berührten.

Geöffnet ist die Ausstellung donnerstags bis samstags jeweils von 16 Uhr bis 20 Uhr sowie sonntags von 15 Uhr bis 18 Uhr. Führungen für Gruppen und Schulklassen sind möglich und bieten eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Geschichte des Exils, der Rolle Dresdens und der Bedeutung des Alten Leipziger Bahnhofs. Gerade in einer Zeit, in der antisemitische und rassistische Positionen wieder an Zulauf gewinnen, ist diese Auseinandersetzung wichtiger denn je.

„Die Ausstellung zeigt, welches Potenzial im Alten Leipziger Bahnhof steckt – und wie fahrlässig weiterhin mit diesem Ort umgegangen wird. Während Initiativen Verantwortung übernehmen, herrschen Stillstand und ungeklärte Zuständigkeiten. Die Stadtverwaltung muss den Alten Leipziger Bahnhof dauerhaft sichern, Denkmalschutzauflagen durchsetzen und endlich eine verbindliche Perspektive für das Areal vorlegen“, so Stephan Trutschler, Sprecher der Allianz für Dresden.

Aus Sicht der Allianz belegt das Projekt, dass der Alte Leipziger Bahnhof schon heute ein lebendiger Ort der Erinnerung, Begegnung und Bildung sein kann. Es braucht jetzt politischen Willen und klare Entscheidungen, damit dieser historische Ort nicht weiter verfällt, sondern als fester Bestandteil der Dresdner Erinnerungskultur erhalten bleibt.

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