Bisher war eine Pflegefachkraft stundenlang mit dem Einsortieren von Medikamenten in die richtigen Schächtelchen der Patienten beschäftigt – und manchmal ging dabei auch was schief. Damit sich das ändert und die Fachkräfte der Pflegedienste und Heime wieder mehr Zeit für ihre Patienten haben, investiert die Dresdner Knut-Apotheke in maschinell verblisterte Medikamente.
Michael Gäbe ist bereits in 4. Generation Apotheker mit Herz und Seele, studierte Pharmazie und Wirtschaftswissenschaften und war bis vor zwei Jahren als leitender Angestellter für einen Apothekenverbund in Leipzig tätig. Im Februar 2024 zog es ihn nach Dresden, wo er die ehemalige Urs-Apotheke übernahm und ihr mittlerweile den neuen Namen „Knut-Apotheke“ gab. „Früher dachten viele, hier führt ein Schweizer namens Urs seine Apotheke. Da Urs lateinisch für Bär steht, haben wir unsere Stammkunden gefragt nach einem neuen Spitznamen für unser Eisbär-Maskottchen. Und so sind wir auf den Namen ‚Knut-Apotheke‘ gekommen“, verrät Gäbe.
In den skandinavischen und angelsächsischen Ländern ist die Verblisterung politisch gewollt und bereits flächendeckend etabliert – Deutschland hat Nachholbedarf. „Die Pflege in Sachsen steht vor großen Herausforderungen wie demographischem Wandel, Bürokratie und Fachkräftemangel. Darum ist meine Mission, dass Pflegekräfte maximale Zeit haben für gute Pflege. Und dies bei gleichzeitig größtmöglicher Sicherheit für die Patienten“, sagt Gäbe. Im letzten Jahr hat die Knut-Apotheke über 2,1 Millionen Einzelbeutel abgegeben, die mit Namen von aktuell 1.300 Patienten, Uhrzeit der Einnahme und Name des Medikamentes versehen in einem Streifen für eine ganze Woche an Pflegedienste und Heime im Umkreis von bis zu 60 Kilometern weitergegeben werden. „Die letzte Kontrolle erfolgt dann von der Pflegekraft selbst, die vor der Ausgabe an den Patienten die Arzneimittel mit dem hinterlegten Medikationsplan vergleicht“, so Gäbe weiter.
Romy Schneider, regionale Vertriebsmanagerin der advita Pflegedienst GmbH für Ostsachsen zeigt sich begeistert: „Wenn wir davon ausgehen, dass wir bislang pro Patienten etwa 30 Minuten für das wöchentliche Befüllen von Medikamentendöschen benötigten, kann das im Betreuten Wohnen mit 30 Bewohnern 15 Stunden Arbeitsleistung bedeuten, die wir nicht direkt mit dem Patienten verbringen können. Und bei unserem vorherigen Partner musste alles noch per Fax bestellt werden.“ Jasmin Schmähl, Pflegedienstleiterin bei advita Dresden, ergänzt: „Der Wechsel zur Knut-Apotheke war für uns ein großer Schritt in die richtige Richtung, denn das Team um Michael Gäbe hat uns als Schnittstelle noch viel mehr organisatorische Arbeit abgenommen, die komplett den zu Pflegenden zugutekommt.“
Das maschinelle Verblistern in einem Reinraum mit fotooptischer Endkontrolle sorgt dafür, dass die Fehlerquote bei der Medikamenteneinnahme bei unter 0,01 % liegt. „Das Versorgungssystem der Knut-Apotheke, das nach unserem Kenntnisstand keine andere Apotheke in unserer Region so bietet, geht aber noch weit darüber hinaus. Wir kümmern uns um Folge-Rezepte, damit die Arznei nie ausgeht. Sämtliche Prozesse sind digital und transparent. Wir analysieren jede Medikation auf Sicherheit und Verträglichkeit. Und nachhaltig ist es auch, denn durch die Einzeldosierung sparen wir wertvolle Arzneimittel und haben wesentlich weniger Abfall an Verpackung und Aluminium-Blistern“, informiert Gäbe.
Und das nächste Ziel? „Der Plan ist, dass wir in zwei Jahren über 10.000 Patienten versorgen. Dafür investieren wir einen sechsstelligen Betrag in Büroräume, Lagerhalle, Verblisterungsmaschinen und Reinräume. Pflegedienste und Heime in Mittel- und Ostsachsen profitieren dann vom bestmöglichen Service und wir können innerhalb weniger Stunden auf Medikationsänderungen reagieren“, so Michael Gäbe abschließend.
Foto: v.l.n.r. Romy Schneider und Jasmin Schmähl von advita mit Michael Gäbe, Inhaber der Knut-Apotheke; © meeco Communication Services
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