Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung

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Osterland Agrar AG und regionale Medien unterstützen die Tafeln in Sachsen

Eine außergewöhnlich gute Kartoffelernte stellt einige landwirtschaftliche Betriebe in Sachsen derzeit vor große Herausforderungen. Sinkende Erzeugerpreise und eine zurückgegangene Nachfrage führen dazu, dass große Mengen hochwertiger Lebensmittel nicht vermarktet werden können. Um zu verhindern, dass die Kartoffeln der Osterland Agrar AG nicht entsprechend genutzt werden, haben sich die Leipziger Volkszeitung, die Sächsische Zeitung und die Berliner Morgenpost gemeinsam auf eine spektakuläre Hilfsaktion verständigt. So wird ein Großteil der überschüssigen „Erdäpfel“ nach Berlin gebracht, aber auch Sachsen geht nicht leer aus. Auf direktem Weg haben sich Hannah Suppa, Chefredakteurin der Leipziger Volkszeitung, und Stephan Trutschler, Landesvorsitzender des Tafel Sachsen e.V., kurzgeschlossen, um unter Hochdruck zu eruieren, inwiefern auch der Tafel Sachsen e.V. mit seinen 43 Mitgliedstafeln profitieren könnte. Ziel ist es, einen Teil der Ernte an die Tafeln in Sachsen sowie im angrenzenden Altenburger Land weiterzugeben und so Menschen zu erreichen, die dringend auf Unterstützung angewiesen sind. „Es sollten keine Lebensmittel entsorgt werden, während gleichzeitig Tausende Menschen in den beiden Freistaaten auf Hilfe angewiesen sind. Diese Kartoffeln werden bei unseren Tafeln dringend gebraucht und sind definitiv zu schade für die Tonne“, so Trutschler.

Die 45 Tafeln im Freistaat versorgen monatlich Tausende bedürftige Menschen mit Lebensmitteln. Gleichzeitig sehen sich aber wiederum viele Ausgabestellen mit steigenden Kundenzahlen und rückläufigen Lebensmittelspenden aus dem Handel konfrontiert. Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln spielen für die Versorgung eine zentrale Rolle, da sie vielseitig einsetzbar, nahrhaft und vergleichsweise gut lagerfähig sind. Auch auf lokaler Ebene wird der Bedarf deutlich. „Wir freuen uns sehr über diese Unterstützung und prüfen aktuell, in welchem Umfang wir ebenfalls Kartoffeln übernehmen und an unsere Kundinnen und Kunden weitergeben können“, so die Aussage mehrere Tafelleiterinnen. „Aktuell sind bereits die Tafeln in Plauen, Torgau, Oschatz, Leipzig, Grimma, Mittweida/Döbeln sowie das Landessverteilzentrum Dresden auf der „Kartoffel-Liste“, freut sich Trutschler. „In Thüringen wird es Lieferungen an die Tafeln in Altenburg, Greiz und Schmölln geben. Hier haben wir unter uns beiden Landesvorsitzenden schnell den Schulterschluss gesucht und die nächstgelegenen Tafeln mit ins Boot geholt“, so Trutschler weiter.

Die Organisation und Umsetzung der Aktion ist mit erheblichem logistischem Aufwand verbunden. Transport, Personal, Koordination und gegebenenfalls Zwischenlagerung verursachen Kosten, die für die Tafeln allein nicht zu leisten wären. Ermöglicht wird die Verteilung jetzt durch finanzielle Mittel aus Spendenaktionen der Leipziger Volkszeitung und der Sächsischen Zeitung.

Aus Sicht des Tafel Sachsen e.V. zeigt die Aktion, wie durch die Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Medien und gemeinnützigen Organisationen konkrete Hilfe entstehen kann. „Lebensmittelrettung funktioniert nur gemeinsam. Diese Initiative ist ein starkes Zeichen dafür, dass regionale Netzwerke wirken können, wenn Verantwortung übernommen wird“, so Trutschler. Die Verteilung erfolgt in enger Abstimmung mit den Tafeln vor Ort, damit Bedarfe und Kapazitäten berücksichtigt werden können und die Ware dort ankommt, wo sie am dringendsten benötigt wird. Da die vorhandenen Mengen die Aufnahmekapazitäten der Tafeln teilweise übersteigen, wird parallel geprüft, ob sich weitere Abnehmer finden lassen. Jeder gerettete Teil der Ernte leistet einen Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung und unterstützt Menschen in Sachsen, die auf eine entsprechende Hilfe angewiesen sind.

Seit 2006 unterstützt der Landesverband Tafel Sachsen e.V. jährlich rund 200.000 von Armut betroffene Bürgerinnen und Bürger im Freistaat Sachsen regelmäßig mit Lebens-mittelspenden, um diesen trotz „schmalen Geldbeutels“ eine gesunde und vor allem ausgewogene Ernährung zu ermöglichen. Die Tafeln schaffen eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel. Sie sammeln qualitativ einwandfreie Lebensmittel, die ansonsten im Müll landen würden und verteilen diese an sozial sowie wirtschaftlich Benachteiligte und von Armut bedrohte Menschen – kostenlos oder zu einem geringen symbolischen finanziellen Betrag. Mit über 960 Tafeln in Deutschland und rund 2.000 Ausgabestellen bundesweit verfügt der Bundesverband Tafel Deutschland e.V. über ein breites Netzwerk, um Lebensmittelspenden von Supermärkten und regionalen Produzenten an diese Mitbürgerinnen und Mitbürger auf örtlicher Ebene zu verteilen. Damit können rund 265.000 Tonnen Lebensmittel jährlich gerettet und ungefähr 1,5 Millionen Tafelgäste bedient werden. Der Landesverband „Tafel Sachsen e.V.“ vereint 45 Mitglieds-Tafeln im Freistaat Sachsen. Diese sind vielfältig aufgestellt und verschiedensten Bürgerinitiativen, sozialen Trägern, Wohlfahrtsverbänden und eigenständigen gemeinnützigen Vereinen angegliedert. Die Arbeit der Tafeln erfolgt in erster Linie durch ehrenamtliches Engagement der über 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und besteht in einem selbstlosen Wirken beim Austausch von überzähligen Lebensmittel-Großspenden sowie Bedarfsgütern des täglichen Lebens, die von Erzeugern, Handel und der Industrie angeboten, abgeholt, portioniert und verteilt werden.

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