Sie gehen anderen meist einen oder mehrere Schritte voraus: Walter Stuber und Dirk Eckart, Geschäftsführer der Gemeinhardt Service GmbH, die mit ihrem Unternehmen als erste Gerüstbauer der Welt eine Gemeinwohl-Bilanz vorgelegt haben. Dazu gehört auch, dass man sich sein zukünftig benötigtes Fachpersonal gerne selbst aufziehen möchte.
Dazu ist man bereits seit Jahren erfolgreich in der Azubi-Akquise tätig: Sei es mit Messeständen auf den regionalen Azubimessen oder der KarriereStart Dresden, mit Jobwerbung auf der Pizzaschachtel oder einem kostenlosen Tandemsprung für alle Lehrlinge – originelle und kreative Ideen helfen den Gerüstbauern auf der Suche nach neuen Teammitgliedern. Bereits seit einigen Jahren nehmen die Roßweiner Spezialgerüstbauer mit ihrem Team an der „Woche der offenen Unternehmen – Schau rein Sachsen“ teil. Umso erfreuter war man, dass der Sächsische Staatsminister für Kultus, Conrad Clemens, in diesem Jahr offiziell bei Gemeinhardt Service die Woche eröffnen wollte. Aber es sollte nicht sein, denn Clemens wurde kurzfristig nach Berlin beordert, um dort an den Koalitionsverhandlungen teilzunehmen.
Dr. Lothar Beier, Erster Beigeordneter des Landkreises Mittelsachsen, wurde es daher zuteil, nicht nur den noch nicht im Amt befindlichen Landrat Sven Krüger, sondern auch den Minister zu vertreten. „3.000 Schüler ab der 7. Klasse sind diese Woche im Landkreis Mittelsachsen unterwegs, um bei 280 Unternehmen reinzuschauen und so erste Einblicke in das vielleicht zukünftige Berufsleben zu bekommen“, informiert Dr. Beier, der es sich nicht nehmen ließ, gemeinsam mit den Schülern fast an der gesamten Veranstaltung teilzunehmen. „Vor vielen Jahren haben wir mit rund 70 Unternehmen im Landkreis angefangen“, sagt Udo Gibson von der Agentur für Arbeit Freiberg, der damals schon mit dabei war. „Heute habe ich als Vater von zwei Töchtern schon selbst miterleben können, was es heißt, sich frühzeitig für seinen zukünftigen Beruf zu interessieren. Wir sind da in Mittelsachsen sehr aktiv und sind, vermutlich auch wegen der intensiven Vorarbeit, deutschlandweit der Landkreis mit der geringsten Ausbildungsabbrecherquote“, so Gibson weiter. Till Beyer, 1. Stellvertretender Bürgermeister der Stadt Roßwein und selbst Unternehmer, wies darauf hin, dass Bildung in Roßwein schon immer großgeschrieben wurde. So gründete sich 1859 die Stiftung Grafe, dank der auch Kinder aus armen Verhältnissen eine Schulbildung bekamen, und 1894 entstand die Deutsche Schlosserschule als einzige Fachschule ihrer Art.
Nach der Vorstellung des Unternehmens durch Geschäftsführer Dirk Eckart ging es für alle 60 teilnehmenden Jugendlichen parallel auf drei Stationen über das Betriebsgelände. Die Station mit Ausbilder Marcus Muschke beschäftigte sich mit der Planung und dem Aufbau eines Gerüstes, um den Teilnehmern zumindest ein bisschen zeigen zu können, wie ein Spezialgerüstbauer-Arbeitstag in der Realität aussehen könnte. In der zweiten Gruppe, die Ingolf Stuber, der am 1. Januar die Nachfolge seines Vaters Walter Stuber als Geschäftsführer antreten wird, leitete, wurde beim Aufbau der Leonardo-da-Vinci-Brücke die Teamfähigkeit jedes einzelnen getestet und in der dritten Gruppe brachte Dirk Eckart das Thema Handwerk an sich den Schülern nahe und zeigte unter anderem, wie die schwimmende Vineta auf dem Störmthaler See im letzten Jahr von den Spezialgerüstbauern eingerüstet wurde. „Wir müssen der Jugend Perspektiven bieten und helfen daher auch mit solchen Veranstaltungen im Rahmen der Woche der offenen Unternehmen, die Ausbildung in Sachsen zu stärken. Und wenn dabei auch wir wieder den einen oder anderen Auszubildenden als zukünftigen Spezialgerüstbauer bekommen, dann hat sich der Einsatz für uns wieder mehr als gelohnt“, so Eckart abschließend.
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