Sachsens Steuerberater schlagen Alarm

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Sachsens Steuerberater schlagen Alarm
Fachkräftemangel und Zusatzaufgaben bringen Kanzleien an die Belastungsgrenze

Die Steuerberater in Sachsen stehen weiterhin vor massiven Herausforderungen. Neben dem anhaltenden Fachkräftemangel sorgen politische und bürokratische Zusatzaufgaben für ein anhaltend hohes Arbeitspensum in den Kanzleien. „Wir erleben derzeit eine Überlastung historischen Ausmaßes. Unsere Mitglieder berichten von Wochenendarbeit, hohem zeitlichen Druck und zunehmendem organisatorischen Aufwand. Dennoch gelingt es mit vereinten Kräften, die Anforderungen zu bewältigen“, warnt Hans-Joachim Kraatz, Präsident des Steuerberaterverbandes Sachsen.

Die Situation in Sachsen ähnelt stark der Lage in anderen Bundesländern. Auch hier führen zusätzliche Aufgaben wie Nacharbeiten zu den Corona-Hilfen und die Grundsteuerreform zu einem erheblichen Mehraufwand. Die ursprünglich gesetzten Fristen für Schlussabrechnungen mögen zwar formell auslaufen, doch zahlreiche Kanzleien sehen sich aktuell mit Rückfragen und Prüfprozessen konfrontiert, die viele Ressourcen binden. Diese zusätzlichen Anforderungen treffen auf eine angespannte Personalsituation und verlangen der Branche viel ab. Besonders betroffen seien kleinere Büros, wo der Fachkräftemangel noch drastischer spürbar ist.

Ein strukturelles Problem ist die demografische Entwicklung im Berufsstand. Laut Bundessteuerberaterkammer sind inzwischen über 30 Prozent der Berufsträger über 60 Jahre alt. Entsprechend viele Beraterinnen und Berater werden sich schon in naher Zukunft in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden. Es scheint unmöglich, dieses Defizit allein durch Nachwuchsgewinnung aufzufangen. Zugleich wachsen auch die Anforderungen an die steuerberatenden Berufe immer weiter. Über die Jahre werden Gesetze immer vielschichtiger. Als Beispiel verdeutlicht das die Länge des Einkommenssteuergesetzes – dieses hat sich seit 1980 auf rund 200.000 Wörter verdoppelt. Hier braucht es dringend Vereinfachungen von Seiten der Bundespolitik. „Anstatt immer weiter einzelne Paragrafen zu bearbeiten, bedarf es unbedingt einer radikalen Vereinfachung der Steuergesetze. Der Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD verspricht Bürokratieabbau und das Streichen von Gesetzen, die ihren Zweck nicht erfüllen. Das ist längst überfällig! Denn ohne gezielte politische Impulse steht unser Berufsstand vor einer echten Existenzfrage“, so Kraatz.

Trotz der Belastungen zeigen sich Sachsens Steuerberater engagiert und leistungsbereit. „Unser Berufsstand stellt sich den Herausforderungen mit großem Einsatz. Aber wir brauchen endlich konkrete Entlastungen, sei es durch Vereinfachungen im Steuerrecht, digitale Standards oder eine gezielte Ausbildungsförderung. Andernfalls droht eine Unterversorgung, insbesondere im ländlichen Raum und in mittelgroßen Kommunen. Wenn die steuerberatende Branche ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen kann, entsteht ein Mehraufwand bei Privatpersonen und Unternehmen, aber auch im Fall von fehlerhaften Zuarbeiten in den Finanzämtern. Das trifft dann also nicht nur die Steuerberater, sondern die gesamte Wirtschaft“, appelliert Kraatz abschließend.

Weitere Infos: www.stbverband-sachsen.de

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