Im Zuge der im vergangenen Jahr erfolgten Übernahme der Belieferungsvereinbarung von Bartels-Langness (Bela) durch die EDEKA Unternehmensgruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen hat sich im Verlauf der vergangenen Monate gezeigt, dass eine Konsolidierung des von der Leipziger NFresh GmbH betriebenen Filialnetzes mit insgesamt zehn ehemaligen nah&frisch-Standorten aus betriebswirtschaftlicher Sicht erforderlich geworden ist.
Nach einer umfassenden Prüfung und unter Berücksichtigung der jeweiligen Umsätze der einzelnen Märkte steht nun fest, dass die Filialen in Beilrode, Riesa, Hohburg, Laußig, Hohenprießnitz und Doberschütz nicht dauerhaft wirtschaftlich weiterbetrieben werden können. Die Standorte in Wermsdorf, Falkenhain, Torgau und Jesewitz werden hingegen fortgeführt.
Die Entscheidung zur Schließung der sechs Filialen ist der Geschäftsleitung außerordentlich schwergefallen. Insbesondere im ländlichen Raum erfüllen die Märkte eine wichtige Funktion für die wohnortnahe Versorgung und sind für viele Kundinnen und Kunden zugleich ein fester Bestandteil des Alltags. „Die leider anhaltend angespannte wirtschaftliche Situation, steigende Betriebs- und Personalkosten sowie die unzureichende Rentabilität der betroffenen Standorte lassen einen Weiterbetrieb jedoch nicht mehr zu und würden gegebenenfalls sogar den Weiterbestand der vier übrigen Standorte gefährden“, bedauert Patrick Lüdtke, Geschäftsführer der Nfresh GmbH.
„Die letzten Monate wurden sowohl von uns als EDEKA als auch seitens der Nfresh intensiv genutzt, um mögliche Nachnutzungskonzepte zu prüfen und neue Perspektiven für die Standorte zu entwickeln“, ergänzt Jörg Junghanns, Regionalleiter Expansion der EDEKA Unternehmensgruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen. Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem Marktsondierungen zur möglichen Etablierung hybrider oder sogar gänzlich autonomer Verkaufskonzepte. Beide Handelsunternehmen arbeiten weiterhin intensiv daran, tragfähige Lösungen zu finden, mit denen die Nahversorgung an einzelnen Standorten künftig möglicherweise in einer anderen Form gesichert werden kann. Ob und in welchem Umfang entsprechende Konzepte umgesetzt werden können, hängt jedoch, wie so oft, von den jeweiligen örtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.
Besonders betroffen von den Schließungen sind die Mitarbeitenden der sechs Filialen. Ihnen wird angeboten, entweder die Regelungen eines entsprechenden Sozialplans in Anspruch zu nehmen oder – soweit passende Einsatzmöglichkeiten vorhanden sind – punktuell in andere Filialen zu wechseln. Die Geschäftsleitung führt hierzu bereits persönliche Gespräche und wird in enger Abstimmung gemeinsam mit den Beschäftigten nach möglichst sozialverträglichen Lösungen suchen.
„Wir bedauern diese Entwicklung sehr. Die Entscheidung ist uns weder mit Blick auf unsere Mitarbeitenden noch auf unsere Kundinnen und Kunden sowie die betroffenen Gemeinden leichtgefallen. Wir haben gemeinsam mit EDEKA in den vergangenen Monaten verschiedene Möglichkeiten geprüft und die Märkte deutlich länger offengehalten, als dies unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten möglich gewesen wäre. Die aktuellen Rahmenbedingungen lassen uns jedoch keine andere Wahl. Umso wichtiger ist es uns, die anstehenden Veränderungen verantwortungsvoll zu begleiten und zugleich weiter an alternativen Versorgungskonzepten für die betroffenen Orte zu arbeiten“, so Lüdtke und Junghanns unisono.