Am Rande der Dresdner Neustadt entsteht ein neuer Ort für Trauer, Begegnung und Abschied. Ende Mai eröffnet das Bestattungsinstitut Muschter mit dem „Haus der Trauer“ an der Kreuzung Hansastraße/Fritz-Reuter-Straße ein in der Region bislang einzigartiges Haus für Trauerbegleitung und individuelle Abschiednahme. Das Unternehmen erweitert damit sein Angebot um einen offenen Ort für Menschen in Verlustsituationen, unabhängig davon, ob sie Kundinnen oder Kunden des Bestattungsinstituts sind. Möglich wird das Projekt durch die Unterstützung der SIB Innovations- und Beteiligungsgesellschaft mbH, einer Tochtergesellschaft der Ostsächsischen Sparkasse Dresden.
Benjamin und Adriana Wolf führen gemeinsam das Bestattungsinstitut Muschter, das sie vor acht Jahren übernommen haben und das heute neben dem Hauptstandort in Ottendorf-Okrilla weitere Standorte in Pulsnitz und Dresden betreibt. „In den vergangenen Jahren wurde immer deutlicher, dass es an passenden Räumen für Trauer und Abschied fehlt, insbesondere an Orten, die Menschen ohne Zeitdruck nutzen können“, sagt Adriana Wolf.
Das „Haus der Trauer“ versteht sich bewusst nicht als klassisches Bestattungshaus. Geplant sind ein Begegnungsraum für Trauergruppen, Lesungen und Gesprächsangebote sowie ein individuell nutzbarer Abschiedsraum. Angehörige erhalten dort die Möglichkeit, sich ohne Zeitdruck von Verstorbenen zu verabschieden, auf Wunsch auch rund um die Uhr. Darüber hinaus entstehen Räume für die Versorgung und Aufbewahrung Verstorbener. Angehörige können somit einzelne Schritte des Abschieds auf Wunsch begleiten und aktiv mitgestalten. Das Konzept soll mehr Zeit und Freiraum für individuelle Abschiede schaffen, etwa gemeinsam mit Kindern oder im Familienkreis.
Der gewählte Name „Haus der Trauer“ soll verdeutlichen, dass der Ort allen Menschen offensteht. Das gilt ebenso für andere Bestattungsunternehmen, Trauerbegleiter sowie ehrenamtliche Initiativen, die die Räume künftig nutzen können. Neben der Trauerbegleitung soll das Haus zugleich ein gesellschaftlicher Treffpunkt sein. Geplant sind unter anderem ein Veranstaltungsraum, ein Trauercafé, kulturelle Angebote sowie ein Garten der Erinnerung, in dem Besucher beispielsweise Blumenzwiebeln der Lieblingsblumen der Verstorbenen pflanzen können.
Bewusst entschieden sich die Initiatoren für den Standort in der Dresdner Neustadt. Die zentrale Lage soll Barrieren abbauen und den Zugang insbesondere für ältere Menschen oder Angehörige ohne eigenes Auto erleichtern. „Trauer gehört zum Leben dazu und sollte nicht an den Rand gedrängt werden“, sagt Benjamin Wolf. Gleichzeitig verstehen die Betreiber das Haus als sichtbaren Teil des gesellschaftlichen Lebens. Auch das Gebäude selbst besitzt eine besondere Geschichte. Das ehemalige Gelände einer Glaserei wurde weitgehend erhalten und behutsam umgebaut. Elemente der früheren Nutzung, darunter historische Glasarbeiten und Maschinen, sollen dauerhaft Teil des Hauses bleiben.
Für die SIB Innovations- und Beteiligungsgesellschaft mbH war insbesondere der innovative Ansatz des Projekts ausschlaggebend. „Das Haus der Trauer besetzt eine wichtige gesellschaftliche Nische und verfolgt einen neuen Ansatz in der Trauerbegleitung“, sagt SIB-Projektleiter Matthias Steinert. Gemeinsam mit der Ostsächsischen Sparkasse Dresden beteiligt sich die Gesellschaft an der Finanzierung des Vorhabens.
Die offizielle Eröffnungsveranstaltung des „Hauses der Trauer“ mit einer Rede des Vizepräsidenten des Sächsischen Landtages, Albrecht Pallas, und weiteren Gästen findet am 29. Mai 2026 um 18 Uhr statt. Am anschließenden Eröffnungswochenende sind unter anderem Filmvorführungen, Lesungen, Gespräche, kulturelle Angebote sowie eine Hausmesse geplant. Bereits ab Anfang Juni soll der reguläre Betrieb aufgenommen werden. „Wir wünschen uns, dass das Haus der Trauer ein offener Ort wird, an dem Menschen in schweren Zeiten einen Platz finden können“, so Benjamin und Adriana Wolf abschließend.
Weitere Infos: www.sib-dresden.de und www.bestattung-muschter.de
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