Zum 19. Deutschen Tafel-Tag am 15. September würdigte der Landesverband Tafel Sachsen e.V. die Arbeit der mehr als 1.000 Menschen, die sich im Freistaat für die Rettung von Lebensmitteln und die Unterstützung von Armut bedrohter Menschen engagieren. In den 45 sächsischen Tafeln und ihren rund 200 stationären und mobilen Ausgabestellen sammeln, sortieren und verteilen sie Woche für Woche Lebensmittel, die andernfalls häufig aufgrund von „Schönheitsfehlern“ oder der Nähe zum Mindesthaltbarkeitsdatum entsorgt würden.
„Der Tafel-Tag gehört vor allem den vielen Menschen, die tagtäglich mit anpacken. Sie fahren zu den Märkten, tragen Kisten, sortieren Lebensmittel, organisieren die Ausgaben und haben dabei immer auch ein offenes Ohr für die Menschen, die zu uns kommen. Dieses Engagement ist alles andere als selbstverständlich. Dafür möchte ich von Herzen Danke sagen“, so Sebastian Vogel, Landesvorsitzender des Tafel Sachsen e.V.
Im vergangenen Jahr wurden an den sächsischen Ausgabestellen rund 900.000 Abholungen registriert. Hinter dieser Zahl stehen Menschen in sehr unterschiedlichen Lebenssituationen. Dazu gehören Familien und Alleinerziehende, Menschen mit geringen Einkommen, Geflüchtete sowie zunehmend ältere Menschen, deren Rente oftmals nicht mehr ausreicht, um die gestiegenen Kosten des täglichen Lebens zu bewältigen. Gleichzeitig stehen die Tafeln selbst unter wachsendem Druck. Während die Nachfrage hoch bleibt, gehen die Lebensmittelspenden aus dem Einzelhandel zurück. Hinzu kommen gestiegene Ausgaben für Energie, Mieten, Fahrzeuge, Kraftstoff und Personal. Die Einrichtungen sind deshalb sowohl auf Lebensmittel- und Geldspenden als auch auf ehrenamtliche Unterstützung angewiesen.
„Die Tafeln können Armut nicht beseitigen und sie dürfen auch nicht zum selbstverständlichen Bestandteil der staatlichen Daseinsvorsorge werden. Aber wir können Menschen in schwierigen Situationen ganz konkret helfen und zugleich dafür sorgen, dass wertvolle Lebensmittel nicht im Müll landen“, betont Vogel. „Dafür brauchen wir verlässliche Partner aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Vor allem aber brauchen wir Menschen, die bereit sind, im Ehrenamt Verantwortung für andere zu übernehmen.“
Der Landesverband nimmt den Tafel-Tag deshalb auch immer wieder zum Anlass, für ein stärkeres gesellschaftliches Miteinander zu werben. Unterstützung ist auf unterschiedliche Weise möglich. Unternehmen und Lebensmittelproduzenten können überschüssige Waren bereitstellen, Privatpersonen mit Geld- oder Sachspenden helfen und Interessierte ihre Zeit in einer der örtlichen Tafeln einbringen.
„Helfen beginnt nicht erst mit einer großen Spende. Auch ein paar Stunden Zeit, eine regelmäßige Warenlieferung oder eine kleine finanzielle Unterstützung können viel bewirken. Jede helfende Hand stärkt nicht nur die Tafeln, sondern auch den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft“, so Vogel abschließend.
Seit 2006 unterstützt der Landesverband Tafel Sachsen e.V. jährlich rund 200.000 von Armut betroffene Bürgerinnen und Bürger im Freistaat Sachsen regelmäßig mit Lebensmittelspenden, um diesen trotz „schmalen Geldbeutels“ eine gesunde und vor allem ausgewogene Ernährung zu ermöglichen. Die Tafeln schaffen eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel. Sie sammeln qualitativ einwandfreie Lebensmittel, die ansonsten im Müll landen würden und verteilen diese an sozial sowie wirtschaftlich Benachteiligte und von Armut bedrohte Menschen – kostenlos oder zu einem geringen symbolischen finanziellen Betrag. Mit über 960 Tafeln in Deutschland und rund 2.000 Ausgabestellen bundesweit verfügt der Bundesverband Tafel Deutschland e.V. über ein breites Netzwerk, um Lebensmittelspenden von Supermärkten und regionalen Produzenten an diese Mitbürgerinnen und Mitbürger auf örtlicher Ebene zu verteilen. Damit können rund 265.000 Tonnen Lebensmittel jährlich gerettet und ungefähr 1,5 Millionen Tafelgäste bedient werden. Der Landesverband „Tafel Sachsen e.V.“ vereint 45 Mitglieds-Tafeln im Freistaat Sachsen. Diese sind vielfältig aufgestellt und verschiedensten Bürgerinitiativen, sozialen Trägern, Wohlfahrtsverbänden und eigenständigen gemeinnützigen Vereinen angegliedert. Die Arbeit der Tafeln erfolgt in erster Linie durch ehrenamtliches Engagement der über 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und besteht in einem selbstlosen Wirken beim Austausch von überzähligen Lebensmittel-Großspenden sowie Bedarfsgütern des täglichen Lebens, die von Erzeugern, Handel und der Industrie angeboten, abgeholt, portioniert und verteilt werden.