Tourismus braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Dr. Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus (Fünfter v.r.) mit Vertretern der Tourismusbranche

TVDD begleitet Tourismus-Koordinator der Bundesregierung durch Dresden und Elbland

Wie können Dresden und das Elbland touristisch noch enger zusammenarbeiten und welche Rahmenbedingungen braucht die Branche, um auch künftig wettbewerbsfähig zu bleiben? Diese Fragen standen für den Tourismusverband Dresden e. V. (TVDD) beim Besuch des Koordinators der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus, Dr. Christoph Ploß, in Dresden und der Region im Mittelpunkt. Diana Maatz, stellvertretende Vorsitzende des TVDD, begleitete diese Woche, gemeinsam mit Corinne Miseer, Geschäftsführerin der Dresden Marketing GmbH (DMG), Andrea Kis, Direktorin des Landestourismusverbandes Sachsen, Sindy Vogel, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Elbland Dresden e. V., und weiteren regionalen Tourismusdienstleistern Teile der Besichtigungstour. Stationen führten unter anderem nicht nur durch Dresden, sondern auch nach Radebeul und Meißen und damit zu touristischen Angeboten, die beispielhaft für die Verbindung von Kultur, Genuss, Geschichte und Erlebnis im Dresdner Umland und explizit für das Elbland stehen. Dazu gehörten unter anderem Schloss Wackerbarth, die Porzellan-Manufaktur MEISSEN und die Sächsische Winzergenossenschaft Meißen eG.

Für Diana Maatz, die selbst als Geschäftsführerin der Stadtrundfahrt Dresden GmbH seit vielen Jahren aktiv im Tourismus arbeitet, war die Tour damit weit mehr als die Besichtigung touristischer Sehenswürdigkeiten. Der Verband setzt sich seit Längerem dafür ein, den Austausch zwischen den touristischen Leistungsträgern der Landeshauptstadt und dem Umland weiter auszubauen und auch die bereits bestehenden Kooperationen zu vertiefen. „Unsere Gäste denken nicht in Stadt- oder Landkreisgrenzen. Wer nach Dresden kommt, besucht die Sehenswürdigkeiten in Elbflorenz, genießt auf Schloss Wackerbarth eine kleine Weinprobe, schließt das Programm in Meißen mit einem Altstadtbummel oder der Besichtigung der weltberühmten Porzellan-Manufaktur ab und gewinnt bei der Rückfahrt mit dem Schiff nach Dresden noch intensive Eindrücke von der Weinlandschaft entlang der Elbe. Umgekehrt ist Dresden für viele Besucher des Elblandes kein selbstverständlicher Bestandteil ihres Aufenthalts. „Genau deshalb müssen wir als Tourismuswirtschaft noch stärker als eine gemeinsame Region denken und handeln“, erläutert Diana Maatz. „Für uns als TVDD ist es wichtig, auch den touristischen Leistungsträgern im Umland immer wieder zu zeigen, dass wir als Netzwerkpartner an ihrer Seite stehen und gemeinsam zusätzliche Kooperationen und Vermarktungsmöglichkeiten erschließen können. Darüber hinaus pflegen wir als Verband den intensiven Austausch mit der städtischen Verwaltung für alle Belange der Branche.“

Wie groß die wirtschaftliche Bedeutung dieser Zusammenarbeit ist, zeigen Zahlen des dwif von 2023. Für Dresden und Elbland wird ein Bruttoumsatz von etwa 2,9 Milliarden Euro ausgewiesen. Rund 45.000 Arbeitsplätze in Dresden und weitere 9.000 im Elbland hängen direkt vom Tourismus ab. Dresden und das Elbland profitieren wirtschaftlich in erheblichem Maße von ihren Gästen. Allein in Dresden generierte der Tourismus 2023 einen Bruttoumsatz von rund 2,46 Milliarden Euro, im Elbland waren es weitere 427 Millionen Euro. Für das Elbland gibt es sogar eine aktuellere Bestätigung: Der Tourismusverband Elbland beziehungsweise der Landkreis Meißen nennt auf Grundlage der dwif-Analyse rund 8.890 Primäreinkommensäquivalente und 426 Millionen Euro Bruttoumsatz. Zusätzlich werden 44,7 Millionen Euro tourismusbedingte Steuereinnahmen genannt.

Entsprechend deutlich nutzte die stellvertretende TVDD-Vorsitzende den direkten Austausch mit Dr. Christoph Ploß auch, um auf Herausforderungen hinzuweisen, die die Unternehmen der Branche zunehmend belasten. Dazu zählen aus Sicht des Verbandes insbesondere der weiterhin extrem hohe bürokratische Aufwand und die dringend notwendige Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Gerade Hotellerie, Gastronomie und Veranstaltungswirtschaft sind durch schwankende Auslastungen, Saisonzeiten, Veranstaltungen sowie Arbeitszeiten am Abend und an Wochenenden auf praxistaugliche Regelungen angewiesen. Die Anfang 2026 von der Bundesregierung beschlossene Nationale Tourismusstrategie greift sowohl den Bürokratieabbau als auch die Einführung einer wöchentlichen statt einer täglichen Höchstarbeitszeit ausdrücklich auf. „Das Gespräch mit Dr. Ploß fand auf Augenhöhe statt. Ich hatte sehr deutlich den Eindruck, dass ihm die Probleme der Branche und insbesondere die Belastungen durch immer neue bürokratische Anforderungen aus der Praxis vertraut sind“, so Maatz. „Es ist wichtig, dass wir solche Möglichkeiten nutzen, um nicht allgemein über den Tourismus zu sprechen, sondern ganz konkret zu schildern, wo Unternehmen heute an Grenzen stoßen. Ich habe mich deshalb sehr gefreut, den TVDD und die Interessen unserer Mitglieder in diesem direkten Austausch vertreten zu können.“ Zur Sprache kam zudem die Bedeutung der Wasserstraßen für den Tourismus. Für Dresden und das Elbland ist die Elbe nicht nur landschaftsprägend, sondern selbst Teil des touristischen Angebots und Reiseanlasses. Ein herausragendes Beispiel ist die WEISSE FLOTTE SACHSEN, ebenfalls Mitglied des TVDD, die mit neun historischen Raddampfern über die älteste und größte Raddampferflotte der Welt verfügt und damit zu den touristischen Alleinstellungsmerkmalen der Region gehört. Für den TVDD ist deshalb wichtig, bei der Entwicklung und Unterhaltung der Bundeswasserstraßen neben den Anforderungen der Güter- und Berufsschifffahrt auch deren touristische Nutzung angemessen mitzudenken.

„Tourismus ist keine schöne Nebensache, sondern ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Dresden und das gesamte Elbland“, betont Maatz. „Wenn allein in unserer gemeinsamen Destination Milliardenumsätze erwirtschaftet werden und zehntausende Arbeitsplätze unmittelbar vom Tourismus abhängen, müssen die Belange bei politischen Entscheidungen entsprechend berücksichtigt werden. Dazu gehören verlässliche Infrastruktur, weniger Bürokratie, flexible Rahmenbedingungen für unsere Betriebe, ein intensiver Austausch mit der Verwaltung und eine noch engere Zusammenarbeit innerhalb der gesamten Region“, so Maatz abschließend.

Foto: Dr. Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus (Fünfter v. r.) mit Vertretern der Tourismusbranche © meeco Communication Services

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