Reich wurde Dresden unter anderem durch den Silberbergbau im Erzgebirge, was man heute noch unter anderem im Grünen Gewölbe nachvollziehen kann. Jetzt erwartet Dresden die reichhaltige erzgebirgische Küche, denn im November eröffnet das Restaurant „Zum Neinerlaa“ unweit der Frauenkirche im ehemaligen Steakhouse „Alte Münze“; noch früher wurden hier aus dem erzgebirgischen Silber die sächsischen Münzen geprägt.
Matthias Singer, Betreiber des gleichnamigen Restaurants im Ratskeller von Annaberg-Buchholz, hat schon seit einigen Jahren ein Auge auf Dresden geworfen. „Für ein ‚Zum Neinerlaa‘ in der Landeshauptstadt habe ich mir dort schon viele Objekte angesehen, aber nichts Passendes gefunden. Ein Dresdner Kontakt führte mich dann erfreulicherweise im Sommer ins Hilton Dresden, wo wir mit Hoteldirektor Martin Raich gleich einen Befürworter für unsere Idee fanden. Momentan wird kräftig gewerkelt, auch eine komplett neue Küche wird für uns eingebaut“, informiert Singer, der aus Bockau stammt und sich als echter Erzgebirgler fühlt. Lange Jahre war Singer im Vertrieb, unter anderem für Berentzen in Haselünne, und erst 2019 entschied er sich für die Gastronomie und übernahm den Ratskeller in Annaberg.
Viele Gäste kommen im Winter extra von Dresden in die Erzgebirgsstadt und wollen bei Singer ihr Neinerlaa essen. „Das geht bei 100 Sitzplätzen an manchen Tagen nur noch mit Reservierung. An einem Weihnachtswochenende musste ich leider rund 200 Gäste abweisen. Damit der Gast aber nicht auf sein Neinerlaa verzichten muss, bieten wir die Version mit der Ente das ganze Jahr an“, sagt Singer, der das Haus in der Kreisstadt Annaberg-Buchholz auch weiterhin betreiben wird und seit wenigen Jahren auch das Patent am Neinerlaa-Teller hat. Mit der Neueröffnung in Dresden, wofür bereits zwölf neue Mitarbeiter für Küche und Service eingestellt sind, wird in beiden Häusern auch die Weihnachtskarte eingeführt und dann gibt es vier Neinerlaa-Versionen: Gans, Ente, Kaninchen und vegetarisch.
Neinerlaa ist das seit 1799 bekannte Heilig-Abend-Festessen im Erzgebirge mit Ausblick fürs kommende Jahr, das sich von Gemeinde zu Gemeinde und von Familie zu Familie leicht unterscheidet: Semmelmilch mit Nüssen für ein gutes Jahr, Selleriesalat für die Fruchtbarkeit, Linsen für immer genügend Kleingeld, Bratwurst für ein langes Leben, zwei Klöße fürs große Geld, Apfelmus für Gesundheit und ein schmerzfreies Leben sowie Rote Bete für die Schönheit. „Damit alle Wünsche fürs kommende Jahr in Erfüllung gehen, müssen von allen Zutaten mindestens drei Löffel gegessen werden“, so Singer weiter. Die Biere des Restaurants, das 90 Sitzplätze innen und 60 Außenplätze bereithält, kommen von der Dresdner Feldschlößchen-Brauerei. „Neben Pils und dem neuen Lager Hell kommt vor allem der Schwarze Steiger an den Hahn, passend zu den starken Männern des Bergbaus. Schon beim Erstkontakt 2023 hatten wir signalisiert, dass wir als einzig große Dresdner Brauerei sehr gern unterstützen und Partner werden wollen, weil unsere Biere hervorragend zu dem Konzept passen, von dem ich begeistert war und bin“, verrät Uwe Tschuschke, Verkaufsdirektor Gastronomie der „Feldschlößchen Vertriebsgesellschaft mbH“. „Seit sechs Jahren bin ich mit Herrn Tschuschke immer wieder im Gespräch. Daher bin ich froh, jetzt die große Feldschlößchen-Brauerei als Partner zu haben, die mit dem Schwarzen Steiger natürlich auch das Erzgebirge mit abdeckt“, ergänzt Singer.
Gerne soll Singers neues Projekt so etwas wie die „Ständige Vertretung“ des Erzgebirges werden. „Unser Erzgebirge ist eine Kulturlandschaft von Weltrang. Der UNESCO-Welterbestatus unterstreicht, wie außergewöhnlich und schützenswert unsere Geschichte und unser kulturelles Erbe sind. Umso schöner ist es, dass nun mit dem ‚Neinerlaa‘ ein Stück davon nach Dresden kommt und neugierig auf unsere Region macht. Wir freuen uns, wenn es für die Gäste ein Anlass ist, unser Welterbe auch vor Ort zu entdecken“, so Kristin Hängekorb vom „Welterbe Montanregion Erzgebirge e. V.“
„Wenn alles mit den Handwerkern funktioniert und auch alle Lieferanten sich an die Absprachen halten, sollten wir bis Mitte November eröffnen können, so Inhaber Matthias Singer, der rund eine Viertelmillion Euro investiert, abschließend.
Foto: © meeco Communication Services | Matthias Singer entfernt mit Kristin Hängekorb vom „Welterbe Montanregion Erzgebirge e. V.“ die letzten Folien an der Restaurant-Fassade in Dresden